„Ich gehe mit, bis das Leben Flügel hat“

„Ich gehe mit, bis das Leben Flügel hat“

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Sterbebegleitung

Es waren viele unterschiedliche private Erlebnisse, die Katharina Bungarten aus dem Neustädter Ortsteil Rahms darin bestärkt haben, sterbende Menschen zu begleiten.                                                

„Ich habe erfahren, dass der Tod ein Teil des Lebens sein muss“, sagt Katharina Bungarten. Schon bevor der Neuwieder Hospizverein überhaupt gegründet wurde, begleitete sie Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges. „Mein Motto war und ist es, so lange mit den Menschen zu gehen, bis das Leben Flügel hat“, sagt sie.                                                                                                                   

Eher durch einen Zufall erfuhr sie vor fast zehn Jahren durch die Zeitung, dass der Neuwieder Hospizverein Ehrenamtliche für die Sterbebegleitung suchte. „Genau so etwas wollte ich immer tun“, erinnert sich Katharina Bungarten.  Sie schloss sich dem Verein an und absolvierte im Jahr 2008 einen Befähigungskurs zur Hospizbegleiterin.                                                                                                                                                  

Zu ihrer Aufgabe sagt sie: „Es ist nicht immer nur Elend am Ende des Lebens. Für mich ist der Tod etwas Natürliches“. Und mit dieser offenen Haltung gewinnt die heute 73-Jährige das Vertrauen jener Menschen, denen sie zur Seite gestellt wird. „In den Begleitungen, die ich gemacht habe, habe ich viele wertvolle Momente erlebt“, berichtet Bungarten. Ganz gleich, ob sie den Männern und Frauen, die sie besucht, einfach nur zuhört, ihnen schweigend die Hand hält oder mit ihnen betet- „Die Menschen spüren,  dass da jemand ist, der  die Verantwortung für sie übernimmt und einen Teil ihrer Last mit trägt“, sagt sie.  Sätze, wie „Ich fühle mich so geborgen bei ihnen“, geben Katharina Bungarten Kraft und Motivation, sich Jahr für Jahr für schwerkranke und sterbende Menschen einzusetzen. Rückhalt findet sie auch im Hospizverein, im Austausch mit anderen Ehrenamtlichen. „Hier habe ich schon viele Kontakte geknüpft“, sagt sie.