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DIE HOSPIZBEWEGUNG

Geschichte und Entwicklung der Hospizbewegung

Die neuzeitliche Hospizbewegung lässt sich in ihrer Tradition zurückverfolgen bis in die Zeit der Kreuzzüge, als die alten Ritterorden nicht nur Pilgern, sondern auch Kranken und Sterbenden, ihren "Herren Kranken", eine "Gast- oder Raststätte" boten. Der Tod wurde dort nicht bekämpft, sondern das Leiden mit zugewandter Pflege sowie mitmenschlichem und seelsorgerischem Beistand gelindert. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in England aus privaten, karitativ und religiös orientierten Initiativen heraus Einrichtungen, die gemäß dieser Tradition Hospize genannt wurden. 1893 errichtete Dr. Howart Barret das St. Luke´s, ein "Heim für bedürftige Sterbende" in London. Um 1900 wurde unter der Leitung von Mary Aikenhead und ihren "Irischen Schwestern der Barmherzigkeit" in Dublin das erste neuzeitliche Hospiz gegündet, dem 1905 im ärmsten Teil Londons die Gründung des St. Joseph´s Hospice folgte. Dort erhielten die Schwerstkranken und Sterbenden Schutz, Pflege und Beistand.

Es war die Ärztin Cicely Saunders, die als eine der Ersten die Bedeutsamkeit einer regelmäßigen und genau dosierten medikamentösen Schmerzbekämpfung erkannte. Sie gründete 1967 das "St. Christopher´s Hospice" in Sydenham/London, ein Lebensraum, der sterbenden Menschen und ihren Angehörigen sowohl eine adäquate Schmerzbekämpfung als auch eine mitmenschliche, seelsorgerische und pflegerische Betreuung gewährleistet. Von dort breitete sich die Hospizidee über Kanada in die USA aus.

In Deutschland erhielt die Hospizbewegung Auftrieb durch den 1971 gezeigten Film "noch 16 Tage... eine Sterbeklinik in London". Der Begriff "Sterbeklinik" löste eine kontroverse Diskussion aus: tiefe Betroffenheit und die Motivation, etwas auf diesem Gebiet bewirken zu wollen, einerseits, Ablehnung und Angst vor Sterbeghettos andererseits. Erst 12 Jahre später wurde an der Universitätsklinik Köln die erste Palliativstation errichtet, die 1985 durch einen ambulanten Hausbetreuungsdienst ergänzt wurde. Entschärft wurde das öffentliche Streitgespräch um die "Sterbekliniken" jedoch erst durch einen Aufsatz des Sozialmediziners Johann-Christoph Student in der Zeitschrift "Wege zum Menschen" mit dem Titel "Hospiz versus Sterbeklinik" (1985): "Es geht bei Hospizen nicht eigentlich darum, neue Institutionen zu schaffen, sondern darum, alte Traditionen des menschlichen Umgangs mit Sterbenden wieder neu zu entdecken und sie in unsere veränderte Welt hinein zu sprechen."

 

 

 

 

Von da an kam es zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Ausbreitung der Hospizbewegung. 1985 gründete sich mit "OMEGA - Mit dem Sterben leben" eine überregionale und mit dem Christophorus Hospiz Verein in München eine regionale Hospizinitiative. 1986 entstanden mit dem Haus Hörn in Aachen und 1987 mit dem Hospiz Zum Heiligen Franziskus in Recklinghausen die ersten stationären Hospize. Die Gründung des Vereins Deutsche   Hospizhilfe durch die Journalistin Renate Wiedemann 1988 sowie die Anerkennung des Hospizgedankens "als positiven Ansatz" durch die beiden großen Kirchen haben dazu beigetragen, dass die Hospizbewegung in Deutschland viele Widerstände überwand.

Gegenwärtig sind im "Hospiz- und Palliativführer 2003" 84 Palliativdienste verzeichnet, die nach festen strukturellen Formen und geltenden Regeln arbeiten. Daneben gibt es eine ständig wachsende Zahl von Hospizvereinen und -initiativen, die die Wünsche und Bedürfnisse sterbender Menschen als Leitziel aller Begleitungs-, Betreuungs- und Behandlungsarbeit verstehen und so eine veränderte "Sterbekultur" etablieren möchten. Auch der Gesetzgeber hat die Bedeutung der Hospizarbeit inzwischen erkannt: Seit 1998 ist ein Zuschuss der Krankenkassen zu den Kosten für stationäre oder teilstationäre Versorgung in Hospizen gesetzlich geregelt (§ 39a Absatz 1, SGB V), seit 2002 die Förderung ambulanter Hospizarbeit durch die Krankenkassen (§ 39a Absatz 2, SGB V).

Aus dem Lexikon Hospiz, Christoph Drolshagen (Hg.),
mit freundlicher Genehmigung der Autorin: Dr. Sylvia Brathuhn, Neuwied.

Deutscher Hospiz- und Palliativverband e. V. (Stand Januar 2009):

Aktuell gibt es in Deutschland
139  Palliativstationen
151  stationäre Hospize /Tageshospize
ca. 1 450  ambulante Hospizdienste
ca. 80.000 Ehrenamtliche in der Hospizbewergung

siehe auch www.hospiz.net/bag/

 

 

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