Packen für die letzte Reise

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Was könnte wohl in dem Koffer sein? Petra Frey, Ursula Monter, Pfarrer Werner Zupp und Heidi Hahnemann (von links) wollen mit der Aktion „Packen für die letzte Reise“ Mut machen, sich mit den Themen Sterben und Tod auseinanderzusetzen.

Ungewöhnliche Ausstellung will Sprachlosigkeit überwinden

Kreis Neuwied. Mal ehrlich: Wie häufig haben wir schon einen Koffer, eine Reisetasche oder einen Rucksack gepackt? Meist ging es danach auf eine Reise. Zu Freunden, Familienangehörigen oder in ferne Länder in den langersehnten Urlaub. Doch was ist, wenn die letzte Reise ansteht? Wie sieht da das Gepäck aus? Reicht eine Tasche aus oder soll es doch lieber ein großer Reisekoffer sein?

Antworten auf diese Fragen will eine ungewöhnliche Ausstellung finden. Die Ausstellung „Packen für die letzte Reise“ soll an verschiedenen Orten im Kreis Neuwied und in der Stadt dazu einladen, über die Themen Sterben und Tod nachzudenken. „Es sind Themen, die wir immer mehr aus der Realität verbannt haben. Und doch gehören sie zu unserem Leben dazu“, sagt der Pfarrer der Evangelischen Marktkirchengemeinde Neuwied, Werner Zupp. Gemeinsam mit den Gemeindereferentinnen des Dekanats Rhein-Wied, Petra Frey und Ursula Monter und der Bildungsbeauftragen des Neuwieder Hospizvereins und Ambulanten Hospizes, Heidi Hahnemann, will er die Themen Sterben und Tod öffentlich und wieder alltagstauglich machen. „Wir möchten die Sprachlosigkeit überwinden“, sagt Zupp.

So sind die Menschen an Rhein, Wied und im Westerwald dazu aufgerufen, ihr Gepäckstück für die letzte Reise zu packen. Ausgestellt werden diese Gepäckstücke für eine Woche im Januar kommenden Jahres im gesamten Kreis Neuwied, beispielsweise in teilnehmenden Schulen, Kindergärten, Kinos, Apotheken, Bäckereien, Buchhandlungen, Kliniken, Bestattungsunternehmen oder Kirchen. In einer weiteren Woche werden sie zentral in Neuwied zusammengeführt und unter anderem in der Marktkirche, begleitet von verschiedenen Veranstaltungen, ausgestellt.

Dass die Organisatoren schon jetzt zu dieser Aktion aufrufen, hat einen guten Grund: Bis Freitag, 28. Juni, können sich Interessierte Menschen (Junge und Alte, Männer und Frauen, Prominente und Nichtprominente) melden. Aufgerufen sind nicht nur Menschen, die einen Koffer packen wollen, sondern auch jene, die einen Ausstellungsort zur Verfügung stellen möchten. Im Oktober soll es dann ein Treffen mit allen Teilnehmern geben, um den Verlauf der Ausstellung genau zu planen. Schon jetzt konnte das Organisationsteam 17 Menschen, die mitmachen wollen, gewinnen und 21 Ausstellungsorte finden.

Wer Interesse hat, mitzumachen, kann sich bei Pfarrer Werner Zupp, Tel. 02631/255 36, Email zupp@marktkirche.de oder Ursula Monter (Pfarreiengemeinschaft Linz), Tel. 02644/807 034, Email ursula.monter@pg-linz.de melden.