Neuwieder Hospizverein schafft Raum für Trauerbegleitung

Mitgliederversammlung bestätigt Vorstand – Umzug ist sichtbares Zeichen einer wachsenden Aufgabe

 

Den Hospizgedanken im Landkreis Neuwied stärken, Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten und Trauernden einen geschützten Raum geben – dafür engagieren sich der Neuwieder Hospizverein, das Ambulante Hospiz und das Rhein-Wied-Hospiz seit vielen Jahren gemeinsam. Dass insbesondere die Trauerbegleitung immer stärker nachgefragt wird, zeigte sich bei der Mitgliederversammlung des Hospizvereins. Mit neuen Angeboten, der Qualifizierung weiterer Ehrenamtlicher und dem Umzug in größere Räumlichkeiten stellt sich der Verein dieser Entwicklung.

Gleichzeitig wählten die Mitglieder einen Vorstand, der diesen Weg weiter begleiten wird. Hans-Peter Knossalla wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden der zweite Vorsitzende Egon Radermacher sowie Schriftführerin Dr. Ingrid Stollhof. Ingrid Steyer übernimmt künftig das Amt der Schatzmeisterin. Neu in den Vorstand gewählt wurde Christiane Freymann als Beisitzerin.

Mit herzlichen Worten verabschiedete Knossalla die bisherigen Vorstandsmitglieder Ingrid Schweizer, Susanne Isaak-Mans und Jenny Jung. Er dankte ihnen für ihr  Engagement und ihre wertvolle Mitarbeit, mit der sie die Entwicklung des Vereins maßgeblich mitgestaltet haben.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr wurde deutlich, welche wichtige Rolle der Neuwieder Hospizverein innerhalb der hospizlichen Versorgung im Landkreis einnimmt. Als Kooperationspartner des Ambulanten Hospizes, Mitgesellschafter des Rhein-Wied-Hospizes und Träger der Trauerbegleitung gestaltet er gemeinsam mit beiden Einrichtungen die Hospizarbeit in der Region. Während das Ambulante Hospiz schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen zu Hause und das Rhein-Wied-Hospiz Menschen in ihrer letzten Lebensphase stationär begleitet, schafft der Hospizverein mit seiner Trauerbegleitung Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen. So ergänzen sich die drei Partner mit ihren unterschiedlichen Aufgaben.

Anita Ludwig, Leiterin des Ambulanten Hospizes, und Manuela Götz, Einrichtungsleiterin des Rhein-Wied-Hospizes, berichteten über die Arbeit ihrer Einrichtungen und den unverzichtbaren Einsatz der dort tätigen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Im Ambulanten Hospiz engagierten sich 110 Ehrenamtliche und begleiteten Menschen in ihrer letzten Lebensphase sowie ihre Angehörigen in rund 3.500 Einsatzstunden. Im Rhein-Wied-Hospiz leisteten 17 Ehrenamtliche weitere 1.216 Stunden Begleitung. Die Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, welchen unschätzbaren Beitrag das Ehrenamt für die hospizliche Versorgung in der Region leistet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Mitgliederversammlung war die Trauerbegleitung des Hospizvereins – ein wesentlicher Bestandteil des Hospizgedankens. Koordinatorin Beate Christ stellte die Arbeit der 16 ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen vor. Im vergangenen Jahr nahmen 267 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die unterschiedlichen Angebote in Anspruch. Um den Bedürfnissen der Betroffenen noch besser gerecht zu werden, wurden unter anderem zwei neue Trauergruppen ins Leben gerufen – für Eltern von Sternenkindern und für junge Erwachsene. Gleichzeitig investiert der Verein kontinuierlich in die Qualität seiner Angebote: Vier neue ehrenamtliche Trauerbegleiterinnen wurden im Frühjahr qualifiziert, während das bestehende Team sein Fachwissen regelmäßig in Fort- und Weiterbildungen vertieft.

Dass diese Entwicklung möglich ist, sei der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung, dem engagierten Einsatz der Ehrenamtlichen sowie der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen, Institutionen und Netzwerkpartnern zu verdanken.

Die wachsende Nachfrage nach Trauerbegleitung macht sich inzwischen auch räumlich bemerkbar. Die bisher gemeinsam mit dem Ambulanten Hospiz genutzten Räume in der Engerser Straße bieten für Beratungen, Gruppenangebote und Veranstaltungen nicht mehr genügend Platz. Deshalb hat der Hospizverein ab August eine neue Heimat im Sohler Weg 34. Dort entsteht erstmals ein eigener Ort für die Trauerbegleitung – mit Raum für Beratung, Begegnung, Gruppenangebote und das Engagement der vielen Ehrenamtlichen.

„Der Umzug ist für uns weit mehr als ein Ortswechsel“, sagte der wiedergewählte Vorsitzende Hans-Peter Knossalla. „Er zeigt, dass unsere Trauerbegleitung in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist und immer mehr Menschen Unterstützung suchen. Die neuen Räume geben uns die Möglichkeit, unsere Angebote weiterzuentwickeln und noch mehr Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten.“

Mit dem neuen Standort schafft der Neuwieder Hospizverein die Voraussetzungen für die Zukunft. Er gewinnt nicht nur mehr Platz, sondern ein eigenes Zuhause für seine Trauerbegleitung – einen Ort, an dem Trauer mit all ihren unterschiedlichen Gefühlen ihren Platz haben darf, an dem Menschen Trost finden und erfahren können, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind. Gemeinsam mit dem Ambulanten Hospiz und dem Rhein-Wied-Hospiz möchte der Neuwieder Hospizverein auch künftig dazu beitragen, dass Menschen im Landkreis Neuwied in den schwersten Zeiten ihres Lebens nicht allein sind – in der letzten Lebensphase, beim Abschied und auf ihrem Weg durch die Trauer.